Lippstadt – Ja mei, ist denn schon wieder Schützenfest?! In der Liebelt-Arena gestern ja. Dort marschierte der SV Lippstadt 90 Minuten und fertigte die SG Finnentrop/Bamenohl im Nachholspiel mit 7:1 ab. Überschattet wurde die Partie von einer schweren Verletzung.
Nach knapp 70 Minuten verletzte sich Finnentrops Erik Dier in einem Zweikampf so schwer, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Eine erste vorsichtige Diagnose – Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch. Die Begegnung musste 20 Minuten unterbrochen werden. Alle im Stadion standen unter Schock.
Dabei war zu diesem Zeitpunkt rein sportlich schon alles gelaufen, denn die Gastgeber spielten sich in einen Rausch. Allein in der ersten Halbzeit erzielten sie so viele Tore wie im ganzen Monat April nicht. Mit Muja, Kohl und Neugebauer für Dören, Köhler und Brosowski in der Startelf, legten die Schwarz-Roten los wie die Feuerwehr und gönnten den Sauerländern keine Verschnaufpause.
Der SV erwischte einen Start nach Maß, Böll brachte sein Team bereits nach vier Minuten in Führung. In der Offensive lief es wie geschmiert. Auf Vorarbeit von Neugebauer und Kohl erhöhte Franke auf 2:0 (23.), das 3:0 (28.) markierte wiederum Böll. Diesmal verdienten sich Franke, Muja und Kohl die Assists.
Es folgte der Auftritt von Ufuk, der zunächst per Flachschuss das 4:0 (35.) und kurz danach auf Vorarbeit von Franke das 5:0 (37.) besorgte. Fast wäre dem Kapitän sogar ein Hattrick gelungen, doch den verhinderte SG-Keeper Klose mit einer tollen Parade. Ohne Übertreibung hätte der SV Lippstadt zur Pause auch zweistellig führen können.
Auf der anderen Seite agierten die Sauerländer nicht wie eine Mannschaft, die noch um den Klassenerhalt kämpft. Merkwürdig.
Den Gastgebern war es egal, sie stillten ihren Torhunger nach dem Wechsel weiter. 6:0 (47.) Wulf nach einer Ecke. Es bahnte sich ein Debakel an für die SG Finnentrop/Bamenohl, die dann durch Dier (53.) mit einem Distanzschuss den Ehrentreffer erzielte. Danach schraubte Franke das Ergebnis auf 7:1 (59.).
Dann die furchtbare Verletzung von Dier. Das Spiel wurde 20 Minuten unterbrochen. Richtig unter Wettkampfbedingungen fortgesetzt wurde es nicht mehr. Als die Akteure wieder aus den Kabinen kamen, schoben sie sich noch ein bisschen den Ball zu, unterhielten sich untereinander, bis die 90 Minuten rum waren.
In diesem Moment konnte sich bei den SVern niemand darüber freuen, dass die Hoffnung auf den Aufstieg jetzt zurück ist. Zwei Punkte Rückstand sind es jetzt auf den Tabellenzweiten Wattenscheid.