Lippstadt – Wie hat der SV Lippstadt die 0:1-Niederlage im Endspiel in Dortmund und das damit verbundene Ende aller Aufstiegsträume verdaut? Das ist die große Frage vor dem Heimauftritt gegen Erkenschwick. Die Fans sind gespannt auf die Reaktion des Teams.
Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - Spvgg. Erkenschwick (Sonntag, 15 Uhr, Liebelt-Arena; Hinspiel 4:0)
Enttäuschung, Niedergeschlagenheit, Trauer: Die Stimmung bei den Schwarz-Roten war am letzten Samstag verständlicherweise im Keller, denn sie haben wohl endgültig den Anschluss an die beiden Aufstiegsplätze zur Regionalliga verloren. Zwar gab Chefcoach Bechtold mit dem Knacken der 70-Punkte-Marke gleich ein neues Saisonziel für die letzten fünf Partien aus. Doch das wollte in Dortmund niemand hören.
Mittlerweile haben sich die Vorzeichen wieder geändert. „Die Stimmung am Dienstag war sehr gut“, berichtete der SV-Trainer vom ersten Wiedersehen, „ich habe eine gewisse Lockerheit wahrgenommen. Alle sind gewillt, als Einheit guten Fußball zu spielen. Die Jungs haben Vollgas gegeben!“ Kein Tal der Tränen, sondern viel Power beim Spielverein. Das klingt ja schon mal ganz gut.
Großartige Veränderungen habe es trotz der neuen Ausgangslage nicht gegeben am Bruchbaum: „Alle haben ganz normal trainiert.“ Die Serie einfach austrudeln zu lassen, das kommt für die SVer nicht in Frage. „Dafür haben wir eine zu gute Hinrunde gespielt“, erklärte Bechtold, „das wollen wir uns nicht kaputtmachen. Wir wollen alles mitnehmen, was wir können.“ Also fünfmal gewinnen und dann schauen, was am Ende herauskommt. „Wir wollen unseren Zuschauern weiter attraktiven Fußball bieten“, stellt der 35-jährige A-Lizenz-Inhaber unmissverständlich klar.
Deshalb gibt es bei der Aufstellung auch keine Kompromisse. Die Gastgeber treten gegen Erkenschwick mit voller Kapelle an. Diejenigen elf Akteure, die unter der Woche am besten trainiert haben, stehen in der Anfangsformation. Bis auf die Langzeitverletzten Bulut und Tübing sind alle Mann an Bord. Meier ist zwar leicht angeschlagen, gehört aber zum Kader. Das gilt auch für Kaiser, der nach seinem Kreuzbandriss in Dortmund ein paar Minuten zum Einsatz kam. Ein Kandidat für die Startelf ist der Kapitän noch nicht (Bechtold: „Da müssen wir die Kirche im Dorf lassen“).
Die Gäste aus Erkenschwick spielen eine gute Runde in der Oberliga Westfalen und haben nach vier Siegen im März mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun. Das Team um das aktuell ziemlich gehypte Talent Koniuchenko verfügt über genügend Oberliga-Erfahrung und wird sich in der Liebelt-Arena für die 0:4-Niederlage im Hinspiel revanchieren wollen.
Und der SV Lippstadt? So ganz scheinen die Schwarz-Roten die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben – oder wie ist die Aussage von Felix Bechtold zu deuten?: „Im Fußball sollte man niemals nie sagen!“
Beide Mannschaften im Formcheck:
SV Lippstadt: U/U/N/S/N
Spvgg. Erkenschwick: U/U/N/U/N
Der letzte Eindruck zählt
Natürlich ist die Enttäuschung über den (höchstwahrscheinlich) verpassten Regionalliga-Aufstieg groß beim SV Lippstadt. Aber – und das ist Fakt – das Team von Trainer Felix Bechtold hat eine sehr gute Saison 2025/26 gespielt. Diesen Eindruck sollten die Schwarz-Roten in den letzten fünf Begegnungen nicht verwischen. Deswegen werden sie weiter Vollgas geben, erst recht in den Heimspielen. Die Luft ist noch lange nicht raus. Die Sportredaktion tippt daher: SV Lippstadt gegen Spvgg. Erkenschwick 3:1.