Alle vier Spitzenmannschaften spielten unentschieden, also nichts passiert im mega spannenden Aufstiegskampf der Oberliga Westfalen. Das kann man von der Partie des SV Lippstadt bei Arminia Bielefeld II wahrlich nicht behaupten: In einer hochklassigen, äußerst spannenden und teilweise dramatischen Partie trennten sich beide Teams vor 900 Zuschauern 1:1. Die Schwarz-Roten waren besser, starteten in der zweiten Hälfte einen beeindruckenden Sturmlauf, doch zu mehr als dem Ausgleichstreffer durch Neugebauer (79.) langte es trotz zahlreicher Möglichkeiten nicht mehr. Dennoch bleibt die Bechtold-Elf auf Platz zwei. Der würde für die Regionalliga reichen.
Oberliga Westfalen
Arminia Bielefeld II - SV Lippstadt 1:1 (1:0)
Lippstadt – Es war ein packendes Fußballspiel am Donnerstagabend in der ausverkaufen Rußheide. Die Fans auf der pickepackevollen Tribüne sorgten für eine tolle Atmosphäre (mal abgesehen von ein paar Rauch- und Leuchtmitteln). Die übertrag sich nahtlos auf den Rasen. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, und so entwickelte sich eine intensive Partie, in der die Gäste – mit Kohl und Kötter anstelle von Neugebauer und Dören in der Startelf – deutlich mehr Ballbesitz hatten. Was fehlte, waren Torchancen, auf beiden Seiten. Man spürte es bis zur Auslinie, kein Akteur wollte einen Fehler machen.
Genau den leisteten sich die Gäste in der 36. Minute: Nach einer Ecke flog der Ball lang an den zweiten Pfosten, Bielefelds Möllers stand völlig frei und köpfte zum 1:0 ein. Keine 60 Sekunden später hatte Böll nach glänzender Vorarbeit von Franke das 1:1 auf dem Fuß, doch sein 14-Meter-Schuss zischte über das Tor. Eine Riesenchance vertan.
Erlösung durch Louis Neugebauer
Wie würde der SV Lippstadt auf den unglücklichen Rückstand reagieren? Klare Antwort: Mit einem beeindruckenden Sturmlauf. In den zweiten 45 Minuten sahen die Zuschauer in der Rußheide ein Spiel auf ein Tor. Die Schwarz-Roten wollten nicht verlieren – und sie durften mit Blick auf die Regionalliga auch nicht verlieren. Entsprechend gingen sie nach dem Wechsel zu Werke. Immer wieder fing das Bechtold-Team den Ball weit in der Bielefelder Hälfte ab und belagerte den Strafraum förmlich. Flanke auf Flanke flog in den Sechzehner. Kohl hämmerte die Kugel ans Lattenkreuz (58.). Was für ein Pech! Kurz danach reagierte Arminen-Keeper Hildesheim glänzend bei einem Geschoss von Franke (65.) und war auch gegen Dören mit einer Faust zur Stelle (66.). Das 1:1 lag mehr als in der Luft, aber es wollte einfach nicht fallen. Der SV drückte unermüdlich weiter und wurde in der 79. Minute (endlich) belohnt: Nach toller Vorarbeit des eingewechselten Shayan Sadeghi drosch der ebenfalls eingewechselte Neugebauer den Ball aus zwölf Metern ins Netz.
Die Erlösung! Auch wenn die Gäste angesichts des überdeutlichen Chancenplus’ längst hätten führen müssen. Die beste Gelegenheit zum Sieg verpasste Franke in der 83. Minute, als sein Schuss aus sieben Metern knapp danebenging. Ohne Zweifel wären drei Punkte für den SV absolut verdient gewesen, aber auch mit dem Remis bleiben die Lippstädter im Aufstiegsrennen in bester Position.
In der Schlussphase sackten einige Akteure in Bielefeld mit Krämpfen zu Boden. Alle waren an diesem Donnerstagabend über die Grenzen hinausgegangen.