Drei sieglose Spiele in Folge liegen hinter dem SV Lippstadt – eine derartige Durststrecke gab es in dieser Oberliga-Saison bislang noch gar nicht für Schwarz-Rot. Gerade das 0:3 in Rhynern war ein echter Wirkungstreffer, im negativen Sinne. So führten die Verantwortlichen in dieser Woche viele Einzel- und Gruppengespräche am Bruchbaum, um auch die Lockerheit zurückzugewinnen. Ob es fruchtet, wird das Heimspiel am Sonntag gegen Schermbeck zeigen. Trainer Felix Bechtold jedenfalls hat seinen Optimismus nicht verloren.
Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - SV Schermbeck (Sonntag, 15 Uhr, Liebelt-Arena; Hinspiel 2:0)
Lippstadt – Die Ausgangsposition ist weiterhin gut für den SV Lippstadt im Kampf um die ersten beiden Plätze, die zum Aufstieg berechtigen. Allerdings hat es Schwarz-Rot mittlerweile nicht mehr in der eigenen Hand. Doch davon will man sich zunächst einmal lösen, wie Trainer Bechtold betont: „Wir wollen wieder von Spiel zu Spiel denken und erstmal zurück in die Erfolgsspur finden. Das ist jetzt das vorrangige Ziel.“
Vielleicht haben sich die Lippstädter in den letzten Wochen zu viel mit dem Thema Regionalliga beschäftigt, weil es auch durch das Umfeld immer wieder hereingetragen wurde. Folgerichtig ist eine leichte Blockade entstanden, die es nun wieder zu lösen gilt. Felix Bechtold nimmt in diesem Zusammenhang das Wort Ladehemmung in den Mund.
Gerade in der Offensive ist den SVern der Punch abhanden gekommen. In den letzten beiden Duellen (Rhynern und Rheine; Anm. d. Red.) blieb man torlos. Das hat sicherlich auch mit dem Ausfall von Zehn-Tore-Mann Nico Tübing zu tun. Doch personelle Engpässe will Felix Bechtold nicht als Ausrede gelten lassen, schließlich hat die Mannschaft im Laufe der Saison bewiesen, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann.
Da ist die Rückkehr von Kapitän Gerrit Kaiser doch ein erster großer Lichtblick. Kaiser stand in Rhynern erstmals nach langer, langer Zeit wieder im Spieltagskader, blieb aber ohne Einsatz. Von einer möglichen Startelf ist der Blondschopf laut Aussage seines Trainers aber noch sehr weit entfernt. Dabei würden Typen wie er dem Lippstädter Spiel in der aktuellen Situation sicherlich guttun. Doch was nicht ist, ist nicht. „Gerrit wird, nachdem er fast ein Jahr raus war, sicherlich eine komplette Sommervorbereitung benötigen, um wieder in Topform zu kommen. Da machen wir ihm auch keinen Druck“, dämpft Bechtold die Erwartungen.
Beermann-Einsatz noch in der Schwebe
Als Fifty-Fifty-Entscheidung beziffert der Lippstädter Coach, was einen Einsatz von Keeper Luca Beermann am Sonntag betrifft. Beermann musste letzte Woche mit einer Kopfverletzung in der Schlussphase ausgewechselt werden und unterzog sich am Freitag in Paderborn noch einem Check-Up. Sollte dieser positiv ausfallen, dürfte der Goalie zwischen die Pfosten zurückkehren. Ansonsten steht Lukas Struck Gewehr bei Fuß.
Weiterhin nicht dabei sind die Langzeitverletzten Köhler, Meier und Bulut. Simon Kötter fehlt erkrankt.
Positiv äußert sich Felix Bechtold noch über den Gegner aus Schermbeck: „Eine Mannschaft, die fußballerisch extrem viel drauf hat. Das haben sie bereits im Hinspiel gezeigt. Schermbeck ist definitiv stabiler geworden.“
Beide Mannschaften im Formcheck:
SV Lippstadt: S/S/U/U/N
SV Schermbeck: N/N/N/U/S
+++ Ein dreckiges 1:0 würde der SV sicherlich unterschreiben +++
Der SV Lippstadt durchlebt aktuell eine Leistungsdelle – zum eigentlich ungünstigsten Zeitpunkt, wenn man auch die Ergebnisse der direkten Konkurrenz im Aufstiegsrennen betrachtet. Doch noch ist nichts verloren, der Rückstand auf Platz eins und zwei noch überschaubar. „Wir spielen weiterhin eine sehr gute Saison“, macht Trainer Felix Bechtold deutlich. Vielleicht braucht es jetzt einfach mal einen dreckigen Sieg. Die Sportredaktion tippt daher auf ein knappes 1:0.