SVL 08
Spielbericht 12. Oktober 2026

Personell stark geschwächter SV Lippstadt verliert 0:1 in Sprockhövel

Gerrit Kaiser hatte kurz vor seiner Auswechslung eine gute Chance für den SV Lippstadt, doch der leicht abgefälschte Schuss des Kapitäns ging knapp daneben. Am Ende kassierten die Schwarz-Roten in Sprockhövel eine 0:1-Niederlage, die richtig weh tat. ﹘ Foto: Frank Lütkehaus
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Personell stark geschwächter SV Lippstadt verlor in Sprockhövel mit 0:1 – bereits zur vierten Saisonniederlage. Zahlreiche Verletzungen und kurzfristige Ausfälle prägten die Partie, die vor knapp 200 Zuschauern ohne großen Spielfluss verlief. Am Freitag empfängt der SV Lippstadt Eintracht Rheine zum brisanten Duell in der Liebelt-Arena.

Lippstadt – Erneuter Rückschlag für den SV Lippstadt: Das allerdings personell extrem geschwächte Team von Trainer Felix Bechtold kassierte bei der TSG Sprockhövel mit 0:1 seine vierte Saisonniederlage – und es drohen weitere Verletzungspausen.

Oberliga Westfalen

TSG Sprockhövel - SV Lippstadt 1:0 (0:0)

Toptorjäger Franke musste in der 27. Minute raus und kauerte traurig mit einer dicken Bandage am Oberschenkel auf der Bank. In der zweiten Halbzeit folgte ihm Iker-Luis Kohl unfreiwillig mit einem lädierten Knie. Von vornherein mussten die Gäste auf Louis Neugebauer (gesperrt) und Torhüter Luca Beermann (verletzt) verzichten. Damit nicht genug: Kapitän Ufuk fiel kurzfristig mit Schmerzen an den Adduktoren zumindest für die Startelf aus und Kiyan Sadeghi (Grippe) wurde nicht rechtzeitig gesund. In der Schlussphase ruhten die Lippstädter Hoffnungen auf U19-Stürmer Keba, der am Vormittag noch 90 Minuten mit den A-Junioren gegen Verl gespielt hatte. Dies sind nur einige Beispiele, die die aktuelle personelle Notsituation des SV aufzeigen.

Damit allein ließ sich die Pleite im Ennepe-Ruhr-Kreis sicher nicht erklären, aber die vielen Ausfälle spielten natürlich eine gewichtige Rolle. Die Partie insgesamt dürfte die knapp 200 Zuschauer bei immer wieder einsetzendem Nieselregen kaum erwärmt haben. Ein richtiger Spielfluss wollte auf dem Kunstrasen nicht aufkommen. Dazu kamen zahlreiche Unterbrechungen: Immer wieder lag ein Akteur am Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Lippstadts Keeper Struck wurde im ersten Durchgang nicht einmal geprüft, sein Gegenüber Knälmann verlebte ebenfalls ruhige 45 Minuten. Vielleicht mir einer Ausnahme: In der 21. Minute klatschte eine verunglückte Flanke von Afghanyar auf die Latte des Sprockhöveler Gehäuses. Beide Teams arbeiten Fußball. Diesen Job erledigten sie ganz gut. Ein Hingucker war die Begegnung aber wie gesagt nicht.

Nach dem Wechsel wurde es etwas munterer in den Strafräumen. Angepeitscht von den 50 SV-Fans, die stimmungsvoll für Lippstädter Heimspiel-Atmosphäre sorgten, hatte Shayan Sadeghi die Riesengelegenheit, seine Farben in Führung zu bringen. Der Außenstürmer kam aus elf Metern völlig frei zum Schuss, vergab jedoch zu überhastet (47.). SV-Keeper Struck fischte anschließend einen Freistoß aus dem kurzen Eck (54.), war dann aber 60 Sekunden später doch geschlagen. Ein langer Schlag genügte, um die komplette Lippstädter Abwehr auszuhebeln. Topatan stand blank im Sechzehner und hob den Ball überlegt zum 1:0 ins Tor. Aus Sicht der Gäste ein absolut vermeidbarer Treffer, dem sie jetzt (vergeblich) hinterherrannten.

Der SV Lippstadt hatte in der Folge viel Ballbesitz, brachte jedoch wenig Konstruktives zustande. Die TSG stand hinten sicher und lauerte auf Konter. Diese Taktik ging voll auf. Die Schwarz-Roten hatten in der Offensive nur noch eine gute Szene, als ein leicht abgefälschter Schuss von Kaiser (74.) knapp am Pfosten vorbeizischte. Unter dem Strich blieb das Angriffsspiel der Gäste weitgehend stumpf. Wenn man dann noch ein blödes Gegentor kassiert, muss man sich nicht wundern, wenn man verliert.

Am Freitagabend (19 Uhr) steht der Klassiker gegen Eintracht Rheine in der Liebelt-Arena auf dem Programm. Bis dahin werden die SVer ihre Wunden lecken – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Wir machen einfach das Tor nicht“

Trainermeinung von Felix Bechtold (SV Lippstadt): Unsere personelle Situation ist natürlich nicht befriedigend. Dazu ist hier die halbe Mannschaft praktisch mit einem Bein durch die Gegend gelaufen. Im Prinzip haben wir kein schlechtes Spiel gemacht. Vor allem gegen den Ball waren wir gut. Aber der Gegner macht aus einer Situation das Tor und schon läufst du hinterher. Wir hatten die besseren Chancen, machen aber einfach das Tor nicht. Natürlich hätten wir hier gern einen Punkt mitgenommen. Aber eins ist auch klar: Wenn du eine Spitzenmannschaft sein willst, nutzt du eine deiner Chancen und gewinnst das Spiel hier.“

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