Lippstadt – Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Für den SV Lippstadt bedeutet das: Die letzten drei Meisterschaftsspiele zu gewinnen, dann klappt es vielleicht noch mit dem Regionalliga-Aufstieg. Der schwarz-rote Endspurt beginnt auswärts bei Victoria Clarholz.
Oberliga Westfalen
Victoria Clarholz - SV Lippstadt (Sonntag, 15 Uhr, Holzhofstadion; Hinspiel 1:4)
„Wir haben es heute in den Sand gesetzt“, war das Thema Regionalliga-Aufstieg für Felix Bechtold nach der 0:1-Niederlage beim ASC Dortmund erledigt. Als neues Saisonziel gab der Cheftrainer des SV Lippstadt vor drei Wochen das Knacken der 70-Punkte-Marke aus. Das können die Schwarz-Roten mit einem Sieg in Clarholz auf jeden Fall erreichen. Doch zumindest der zweite (Aufstiegs-) Platz könnte für den heimischen Spielverein noch mal richtig heiß werden. Diesbezüglich werden die SVer vor dem Anpfiff am Sonntag ein bisschen schlauer sein, denn dann kennen sie das Ergebnis aus dem direkten Duell der beiden Mitkonkurrenten Wattenscheid und Dortmund bereits. Sollte Wattenscheid gewinnen, könnten die Lippstädter den Sprung in die 4. Liga tatsächlich noch aus eigener Kraft schaffen. So weit die graue Theorie.
„Das interessiert mich nicht. Wir müssen unseren Job machen“, will Bechtold von derartigen Rechnereien nichts wissen. Der Coach konzentriert sich auf das Heute und Jetzt. Nach dem Pokalsieg gegen Bad Westernkotten (4:2) hatte die Mannschaft am Freitag frei, am Samstag steht leichtes Anschwitzen auf dem Programm. Natürlich gibt der Erfolg im Cupwettbewerb den Schwarz-Roten eine zusätzliche Portion Selbstvertrauen mit auf dem Weg nach Clarholz. Und die werden sie auch brauchen, denn die Gastgeber präsentieren sich absolut formstark. „Die Aufgabe wird extrem schwierig“, weiß Bechtold, „Clarholz spielt gut und ist stabil.“ Die Victoria agierte zuletzt auch gegen die Spitzenteams der Oberliga auf Augenhöhe. Geschenkt wird den Lippstädtern im Nachbarkreis garantiert nichts.
Für den SV heißt es: Zweikämpfe gewinnen, Tore schießen, die Null halten und die drei Punkte mitnehmen. Wenn es doch immer so einfach wäre. Tatsächlich zeigte sich das Bechtold-Team zuletzt wieder treffsicher. 7:1 gegen Finentrop/Bamenohl und 4:2 gegen Bad Westernkotten, die zurückgewonnene Effektivität vor dem Tor lässt die Fans hoffen.
Bei den Gästen fehlen nach wie vor die Langzeitverletzten Bulut und Tübing, außerdem kränkelt Torhüter Beermann. Im Pokalfinale stand Meier mal wieder in der Startelf und wusste durchaus zu gefallen. Derweil ist eine weitere Personalentscheidung gefallen: Simon Kötter wird den SV Lippstadt nach nur einem Jahr wieder verlassen und sich dem Westfalenligisten SG Ostinghausen anschließen.
Beide Mannschaften im Formcheck:
Victoria Clarholz: N/N/U/U/S
SV Lippstadt: N/S/N/S/S
Von Spiel zu Spiel denken – drei Siege!
Von Spiel zu Spiel denken – das ist eine unter Trainern sehr beliebte Aussage, wenn es um eventuelle Hochrechnungen in der Tabelle geht. Dann machen wir das mal aus Sicht des SV Lippstadt: Sieg in Clarholz, Sieg gegen Münster, Sieg in Wattenscheid – und ab in die Regionalliga. Könnte ja so kommen oder auch nicht. Fest steht, die Schwarz-Roten haben nach der 0:1-Niederlage in Dortmund die Kurve gekriegt, befinden sich wieder in der Spur. Der Pokalsieg gegen den SuS Bad Westernkotten hat der Bechtold-Elf zusätzliches Selbstvertrauen verliehen, und das mit dem Toreschießen klappt auch wieder. Stimmt, Clarholz ist stark. Aber die Sportredaktion ist davon überzeugt, dass der SV Lippstadt am Sonntag gewinnt und tippt auf einen 3:1-Auswärtssieg.