SVL 08
Presse 31. Oktober 2026

SV Lippstadt: Präsident Altmann stärkt Cheftrainer Bechtold den Rücken

Alle News

Nach einem schwachen Start in die Oberliga-Saison und Platz sechs steht Präsident Altmann vor der Aufgabe, die Kritik am Cheftrainer Felix Bechtold abzufedern. Er bekräftigt das Vertrauen in Bechtold, betont aber den dringenden Bedarf an sportlicher Verbesserung und mehr Punkten bis zur Winterpause, wobei der Abstand zum Aufstiegsplatz lediglich vier Punkte beträgt.

Lippstadt – Der SV Lippstadt ist als Top-Titelfavorit gestartet, belegt nach einem Drittel der Oberliga-Saison gerade mal Platz sechs. Klar, die Schwarz-Roten haben großes Verletzungspech. Aber reicht das als Erklärung? Darüber sprachen wir mit Präsident Thilo Altmann.

Ganz allgemein, wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Durchwachsen. Natürlich haben wir den einen oder anderen Punkt mehr erwartet, auch bessere und erfolgreichere Spiele. Wir haben das alles analysiert. Unserer Ansicht nach liegen die schwankenden Leistungen vor allem an der prekären personellen Situation. Viele Stammspieler sind immer wieder oder lange verletzt – wie zum Beispiel Maximilian Franke, Nico Böll, Nils Köhler oder Nico Tübing, um nur einige zu nennen.

Das ist sicherlich ein nachvollziehbarer Ansatz. Aber machen Sie es sich nicht ein bisschen einfach, alles auf die vielen Verletzungen zu schieben?

Wir wollen nichts beschönigen. Um es deutlich zu sagen, wir haben den Finger in die Wunde gelegt und der sportlichen Leitung, speziell unserem Cheftrainer Felix Bechtold, zu verstehen gegeben, dass sich punktemäßig und auch spielerisch etwas verbessern muss. Und er hat uns davon überzeugt, dass es schnell besser werden wird. Daran muss sich der Trainer jetzt messen lassen. Eins ist klar, der Druck wird nicht kleiner. Unser Ziel ist es, bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich zu holen. Der Abstand zum zweiten Aufstiegsplatz beträgt nur vier Punkte.

Die sportlichen Erfolge von Felix Bechtold sind unbestritten. Wie stellt sich die Position des Cheftrainers aktuell dar?

Das Präsidium hat vollstes Vertrauen in Felix Bechtold. Aber wir sind auch nicht naiv und bekommen die Kritik am Trainer von außen schon mit. Als reiner Fußballfan würde ich ihn vielleicht auch kritischer betrachten. Aber noch mal, Felix Bechtold hat uns in einer detaillierten Analyse deutlich aufgezeigt, woran es aus seiner Sicht hapert. Sein Anspruch und unser gemeinsamer Anspruch sind eben mehr Punkte und bessere Spiele.

In diesem Zusammenhang sollte man nicht vergessen, dass wir in dieser Saison viele unserer Spieler halten konnten. Das hat es beim SV Lippstadt schon lange nicht mehr gegeben. Trotzdem bleibt es ein finanzieller Kraftakt. Wir haben im Kader gestandene Oberliga-Spieler bis Position 17, 18. Danach kommen viele entwicklungsfähige Spieler, die ihre Zeit brauchen. Wenn dann sechs oder sieben Stammspieler ausfallen, was in dieser Saison leider häufiger passiert ist, bekommst du ein Problem.

Wir sind zuversichtlich, dass sich die Mannschaft schnell findet. — Thilo Altmann

Noch mal zurück zum Trainer, wie genau hat Felix Bechtold die Vereinsführung von seiner Arbeit überzeugt?

Mit den Spielen, in denen er personell praktisch aus dem Vollen schöpfen konnte. Zum Beispiel gegen Verl (5:2) und gegen Rheine (1:1), das fand ich trotz des unglücklichen Ergebnisses auch sehr gut. Das waren Spiele mit viel Spektakel, in denen das Team gezeigt hat, wozu es fähig ist. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Mannschaft schnell finden wird und dann die Ergebnisse automatisch kommen. Vier Punkte Rückstand sind ja nicht die Welt. In der Rückrunde haben wir deutlich mehr Heimspiele und dann schauen wir mal, was dabei herumkommt. An dieser Stelle möchte ich betonen: Wir haben nie gesagt, dass wir aufsteigen müssen!

Na ja, Sportdirektor Brökelmann hat in einem Interview gesagt, er könne den Leuten nach der letzten Saison einen erneuten vierten Platz schlecht verkaufen und sprach von den Aufstiegsplätzen...

Ja schon. Nach Platz vier in der Vorsaison ist es natürlich eine logische Konsequenz, diesmal oben angreifen zu wollen.

War das letzte Spiel in Schermbeck nach zuvor vier Niederlagen in sechs Partien ein Bewährungsspiel für den Cheftrainer? Was wäre passiert, wenn es schiefgegangen wäre?

Nein, das war kein Bewährungsspiel für Felix Bechtold! Wenn das Spiel anders ausgegangen wäre (...), ach, was wäre, wenn – damit haben wir uns nicht beschäftigt.

Der Vertrag mit Sportdirektor Dirk Brökelmann wurde bereits verlängert, der mit Felix Bechtold noch nicht. Warum?

Wir stehen im stetigen Austausch. Wir haben den Vertrag noch nicht verlängert. Wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir das sofort tun.

N o c h nicht verlängert, das klingt nach einer weiteren Zusammenarbeit?

Beide Seiten können sich eine Verlängerung vorstellen. Aber noch ist es nicht so weit.

Also bis zur Winterpause ist erst mal alles geregelt beim SV Lippstadt?

Wenn wir personell gut aufgestellt sind, erwarten wir auch die entsprechenden Ergebnisse. Dann sollten vier Punkte Rückstand bis zur Winterpause tatsächlich das Maximum sein. Das erwarten wir. Im Optimalfall sollte sich der Abstand verringern. Am Ende wird Felix Bechtold an den Resultaten gemessen.

Fußball ist schnelllebig, muss sich der Coach in naher Zukunft Sorgen machen, wenn er verliert?

Nein, muss er nicht! Es wäre vielleicht eine andere Situation, wenn er zwei Spiele am Stück verlieren sollte.

Plant der SV Lippstadt irgendwelche Wintertransfers?

Wenn wir zurück in die Regionalliga wollen, dann am besten gleich. — Thilo Altmann

Grundsätzlich sind unsere finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft. Weitere Verstärkungen im Winter sind daher – Stand jetzt – nicht geplant.

Wie beurteilen Sie persönlich die Chancen, dass der SV Lippstadt in die Regionalliga aufsteigt?

Ich sehe das sehr positiv. Wir haben in der Rückrunde deutlich mehr Heimspiele. Gerade unter Flutlicht sind wir richtig stark. Die Gegner kommen nur ungern nach Lippstadt, um hier unter Flutlicht anzutreten. In dieser Atmosphäre kitzelt die Mannschaft immer den einen oder anderen Prozentpunkt zusätzlich heraus. Deshalb bin ich mir sicher: Wenn sich die personelle Situation verbessert, wird die Mannschaft konstanter spielen und oben angreifen. Außerdem: Flutlichtspiele sind auch vorteilhaft für die Zuschauerzahlen und für mögliche, neue Sponsoren.

Das klingt ja zum Abschluss nicht schlecht: Der SV Lippstadt, der nicht aufsteigen muss, aber will, greift in der Rückrunde personell gestärkt die Plätze eins und zwei an – so in etwa?

Also, wenn wir zurück in die Regionalliga wollen, dann am besten gleich in dieser Saison. Schließlich sieht es in der Regionalliga West für die Sportfreunde Lotte, SC Wiedenbrück, SV Rödinghausen, SG Wattenscheid und den VfL Bochum II nicht besonders gut aus, was den Klassenerhalt betrifft (Alle Vereine wären bei vier Absteigern Kandidaten für die Oberliga Westfalen; Anm. d. Red.).

Quelle Quelle