SVL 08
Spielbericht 24. Oktober 2026

SV Lippstadt trotzt beim 2:1 in Schermbeck allen Widrigkeiten

Traumtor in der dritten Minute aus 20 Metern zum 0:1, kurz nach dem Seitenwechsel angeschlagen ausgewechselt: Im Schermbecker Dauerregen erlebte Maximilian Franke (vorne) ein Wechselbad der Gefühle. Aber nicht nur er. ﹘ Foto: Frank Lütkehaus
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Nach einem frühen Führungstreffer durch Franke und einer turbulenten Partie trotz Platzverweis kassierte der SV Lippstadt einen glücklichen 2:1-Sieg in Schermbeck. Keeper Beermann parierte mehrfach, während eine Latte den erneuten Ausgleich verhinderte – nun gilt es, die nächste Aufgabe anzunehmen.

Schermbeck – Der SV Lippstadt trotzte gestern Abend in Schermbeck allen Widrigkeiten. Kurz vor dem Anstoß zog ein Sturm auf. Und auch von einem Platzverweis gegen Mazlum Bulut ließen sich die Gäste im Laufe des Spiels nicht aus der Bahn werfen. Am Ende nahmen sie die Punkte mit.

Oberliga Westfalen

SV Schermbeck - SV Lippstadt 1:2 (1:1)

Die guten Personal-Nachrichten aus Sicht des SV Lippstadt gleich vorweg: Lukas Wulf meldete sich trotz eines Hexenschusses ebenso einsatzbereit wie Maximilian Franke – vor dem Anpfiff mit fünf Treffern bester Schütze in Schwarz und Rot. Auch Keeper Luca Beermann (leichter Faserriss) biss ein weiteres Mal auf die Zähne. Franke für Kaiser war dann auch die einzige Änderung in der Startelf gegenüber dem 1:1 gegen Rheine.

Und der SV Lippstadt legte im Schermbecker Dauerregen und vor den rund 40 mitgereisten Fans einen Traumstart hin. Bereits in der dritten Minute brachte Franke die Gäste mit einem sehenswerten 20-Meter-Hammer in Führung. Der Blondschopf drehte sich einmal um die eigene Achse und traf ins rechte obere Eck. Marke Tor des Monats. Besser geht es kaum! Die Bechtold-Elf blieb danach am Drücker, hatte in dieser Phase alles im Griff. In der 13. Minute tauchte nach Kohl-Vorlage erneut Franke vor dem gegnerischen Tor auf, doch seinen Schuss aus 18 Metern wehrte Keeper Nübel mit dem Fuß ab. Die nächste gute Gelegenheit ergab sich für den aufgerückten Diezemann nur fünf Minuten später, doch auch er fand seinen Meister in Nübel.

1:1-Ausgleich fällt

aus dem Nichts

Und was kam vom Schlusslicht? Bis zur 25. Minute wenig bis gar nichts. Dann probierte es Stöhr mal aus 30 Metern – bei den Platzverhältnissen keine schlechte Idee, doch die Kugel rauschte knapp vier Meter vorbei. Franke hätte in der 28. Minute für Lippstadt auf 0:2 stellen müssen, doch seinen Kopfball wehrte Nübel mit einem sensationellen Reflex ab. Dann fiel kurz darauf aus dem Nichts der Ausgleich (32.). Ein Lippstädter haute nach flacher Hereingabe von Links über den Ball, Pokora bedankte sich in der Mitte mit dem 1:1. Doch die Gäste antworteten prompt, allerdings nicht mit der erneuten Führung. Bulut scheiterte in der 36. Minute am Pfosten. Kurz vor dem Pausentee war dann Beermann auf Lippstädter Seite noch einmal gefordert, der einen Schuss von Güney mit Mühe zur Ecke lenkte (44.). Der Pausenstand von 1:1 war aus Sicht des SV Lippstadt ein schlechter Witz.

Dementsprechend kamen die Gäste mit Wut im Bauch aus der Kabine. Wie schon in den ersten 45 Minuten waren sie zu Beginn hellwach – auch wenn Franke wegen Oberschenkelproblemen vorzeitig runter musste. Für ihn kam Kaiser in die Partie. Abwehrmann Wulf traf dann nach einer Ecke per Kopf zum 1:2 (47.) und damit zur erneuten Lippstädter Führung. Heikel wurde es in der Folge wiederum auf der anderen Seite (61.). Beermann ließ den Ball prallen, traf beim Nachfassen leicht den Fuß von Grumann – Schiedsrichter Perschke entschied aber auf Weiterspielen.

Für Bulut war kurz darauf die Partie beendet. Nach einem groben Foul im Mittelfeld an Güney zeigte ihm der Unparteiische die Rote Karte (63.). Eine dämliche Aktion des Mittelfeldmannes. Glück hatten die SVer vier Minuten später, nicht den erneuten Ausgleich zu kassieren, als Grumann die Kugel an die Latte knallte. Schermbeck drückte jetzt – und hatte durch Sosa die Riesen-Ausgleichschance, der jedoch nach einem an ihn selbst verursachten Foulelfmeter nur das Aluminium aus elf Metern traf (75.). Und auch sein Flachschuss nur 60 Sekunden später zischte Links am Pfosten vorbei. Die SVer waren in dieser Phase mehrfach mit Fortuna im Bunde. Die letzte Viertelstunde spielte sich ausschließlich in der Lippstädter Hälfte ab. Der Ausgleich für den krisengeschüttelten Tabellenletzten aus Schermbeck fiel aber nicht mehr. Und so nahmen die Gäste am Ende durchaus drei glückliche Zähler mit nach Hause.

„Spielglück heute mal auf unserer Seite“

Trainermeinung von Felix Bechtold (SV Lippstadt): „Wir sind mit dem frühen Tor sehr gut reingekommen ins Spiel, obwohl es bei diesen Bedingungen echt schwierig war. Danach haben wir es aber verpasst, die Führung auszubauen und haben aus dem Nichts den Ausgleich kassiert. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte waren wir direkt gut drin und belohnen uns mit dem 2:1. Nach der Roten Karte ist das Spiel dann gekippt. Die kämpferische Leistung meiner Mannschaft war top. Das Spielglück war heute mal auf unserer Seite, was wir sehr gerne annehmen.“

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