Lippstadt – Ein Satz mit x – das war wohl nix! Der SV Lippstadt hat einen krassen Fehlstart in die Saison hingelegt. Gegen Aufsteiger Kinderhaus kassierte das äußerst schwache Bechtold-Team eine 0:2-Pleite, sicher auch, weil Torhüter Beermann nach einer Notbremse Rot sah.
Oberliga Westfalen
SV Lippstadt - Westfalia Kinderhaus 0:2 (0:2)
Kalte Dusche bei 33 Grad. Ernüchterung beim Meisterschafts-Topfavoriten. Enttäuscht, glücklos und ernüchtert. Das war gar nichts! Die, die es mit dem heimischen Spielverein halten, trauten ihren Augen nicht. Das harmonische und druckvolle Angriffsspiel haben die Schwarz-Roten offenbar in der Vorbereitung liegengelassen. Alles wie weggeblasen. Insgesamt wirkten die Gastgeber harmlos, ideenlos und manchmal sogar überfordert gegen diesen frechen Aufsteiger aus Münster.
Chefcoach Bechtold hatte sich für Muja als Sturmspitze entschieden, in der Abwehr bekamen Kiyan Sadeghi und Wulf den Vorzug gegenüber Afghanyar und Diezemann. Es ging eigentlich auch ganz gut los. Der SV übernahm sofort die Initiative und brachte die Gäste ein ums andere Mal zusätzlich ins Schwitzen. Kinderhaus meldete sich nach etwa zehn Minuten im Match an und ging kurz danach in Führung. Haarsträubend, wie frei die Stürmer im gegnerischen Strafraum kombinieren konnte. Fallbrock bedankte sich schließlich mit dem 0:1 (16.). Die Lippstädter hatte in diesem Moment wohl schon Trinkpause.
Und es kam noch schlimmer. 18 Minute: Eckball für Lippstadt, Kinderhaus erobert den Ball, Haverland rennt mutterseelenallein über den Platz und wird 17 Meter vor dem Tor vom herauseilenden Beermann umgesenst. Klarer Fall: Notbremse. Rot für Beermann. Struck muss zwischen die Pfosten und bekommt als erste Aktion gleich den Freistoß-Ball von Joaquim zum 0:2 um die Ohren gehauen. Mieser kann man nicht in einer Saison starten!
Was nun? Kamann ging raus, Kocielnik rückte in die Abwehrreihe. Am faden Spiel der Schwarz-Roten änderte sich jedoch nichts. Vielmehr waren die Gäste bei weiteren guten Gelegenheiten näher dran am 3:0 oder gar 4:0.
„Spielt mal Fußball!“ verschaffte sich einer Lippstädter Fan auf der Tribüne lautstark Luft. Aber auch dessen Aufforderung wirkte nicht. Der SV Lippstadt begann stark und wurde dann schwächer und noch schwächer.
Auch nach dem Wechsel blieben die Aktionen des SV Lippstadt Stückwerk. Immer wieder verzettelten sich die Gastgeber, während Kinderhaus wesentlich geradliniger und zielstrebiger agierte. Zum Glück zogen wenigstens ein paar Wolken über der Liebelt-Arena auf, so dass es für die 520 Zuschauer wenigstens auf diese Weise etwas erträglicher wurde. Der Distanzschuss von Böll (58.) als einzige gelungene Offensivszene der Gastgeber soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.
Bemerkenswert die Reaktion im LP-Block nach dem Schlusspfiff: Die Anhänger dort, wie immer in Topform, versuchten ihr Team aufzubauen: „Das war nur ein Ausrutscher. Jetzt heißt es breite Brust und Kopf hoch!“
Trainerstimme
Felix Bechtold (SV Lippstadt): „Wir sind nicht schlecht ins Spiel gekommen. Aber schon beim ersten Nadelstich von Kinderhaus hat man dann gesehen, dass wir doch nicht so gut in den Zweikämpfen waren. Wir haben viele Fehler gemacht. Für uns ist es heute insgesamt richtig bescheiden gelaufen. Dann verlieren wir noch unseren Keeper mit Rot. Das ist alles sehr bitter. Aber wir als Trainerteam übernehmen die Verantwortung dafür, dass unser Plan nicht aufgegangen ist. Muja hat im Sturm auch nicht so richtig funktioniert.“