Lippstadt – Der Auftrag ist klar: Mit dem dritten Auswärtssieg in Sprockhövel will der SV Lippstadt beste Eigenwerbung für das Flutlicht-Spektakel am Freitagabend gegen Rheine betreiben. Doch Vorsicht! Die Gastgeber sind alles andere als nur eine Durchgangsstation.
Oberliga Westfalen
TSG Sprockhövel - SV Lippstadt (Sonntag, 15 Uhr, Wattgeht-Arena)
Das 5:3 vom letzten Wochenende gegen Horsthausen hallt noch nach. 70 Minuten lang lief bei den Schwarz-Roten relativ wenig zusammen, bis sie die Partie in einem spektakulären Endspurt nach 1:2-Rückstand noch drehten. Gelingt dem Bechtold-Team im Ennepe-Ruhr-Kreis ein ähnliches Husarenstück, sollten drei Punkte drin sein. „Wir wollen bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich holen und oben dran bleiben“, lautet die Vorgabe des Cheftrainers. Man mag ergänzen – „und dann im neuen Jahr richtig aufdrehen und die Spitzenplätze angreifen!“
Das ist Zukunftsmusik. Am Sonntag geht’s zur TSG Sprockhövel, einer Mannschaft, die einen guten Saisonstart hingelegt und auffallend viele Tore (25 Treffer) erzielt hat. Darunter ein 7:0 gegen Hiltrup und ein 4:4 gegen Vreden, jeweils zu Hause. Zum Vergleich: Der SV Lippstadt bringt es bisher auf 17 Treffer.
„Eine gute, fußballerisch extrem visierte Mannschaft“, bewertet der SV-Coach den Gegner. Dreh- und Angelpunkt bei den Gastgebern ist Alwin Weber, zudem verfügt Innenverteidiger Ibrahim Bulut über reichlich Erfahrung. Die 14 Punkte und Tabellenplatz sieben kommen nicht von ungefähr.
Auf der anderen Seiten fahren die Schwarz-Roten nach Sprockhövel, um ihr eigenes Spiel durchzubringen. Das Ziel sind ganz klar drei Punkte. Wobei Bechtold aufgrund vieler Ausfälle erneut umstellen muss. Torhüter Luca Beermann fällt mit einer Oberschenkel-Verletzung aus. Für ihn rückt Lukas Struck zwischen die Pfosten – übrigens zum zweiten Mal auswärts bei der TSG. Louis Neugebauer ist mit Gelb/Rot gesperrt. Außerdem hat sich der Flügelspieler bei seiner „Schwalbe“, die zum Platzverweis führte, den Zeh angebrochen.
Fraglich sind die Einsätze der beiden potenziellen Rückkehrer Nico Böll und Kiyan Sadeghi. Böll spielte nach seiner Muskelverletzung am Mittwoch 45 Minuten im Pokal gegen BW Lipperbruch (6:0). Bechtold sieht ihn jedoch eher als „Joker“. Und Kiyan Sadeghi, dessen Sperre abgesessen ist, ist aufgrund eines grippalen Infekts gehandicapt. Also abwarten.
Zum Kader gehören sollen auch die drei U19-Kicker Jack Keba, Timofey Drosd und Eray Güzel, die vorher mit den A-Junioren noch beim SC Verl im Einsatz sind. „Morgens mit den A-Junioren und dann in der 1. Mannschaft. Das ist das Schönste, was es gibt. Ich habe das selbst erlebt“, erkennt der Lippstädter Trainer darin kein Problem.
Vielmehr freut er sich, dass sein Top-Torjäger Maximilian Franke fast wieder bei hundert Prozent ist und auch Iker Kohl nach zuletzt eher durchschnittlichen Leistungen im Pokal eine positive Reaktion gezeigt hat. „Das Spiel gegen Lipperbruch hat uns gutgetan, jedes Tor tut gut“, so Bechtold, „und es war gut für unseren Rhythmus.“
Klingt gut. Na dann, schau’n wir mal.
Beide Mannschaften im Formcheck:
TSG Sprockhövel: U/N/N/S/S
SV Lippstadt: S/S/N/N/S