Lippstadt – Den 2:1-Pflichtsieg beim Tabellenletzten Schermbeck hat der SV Lippstadt vor der Allerheiligen-Pause eingefahren. Wesentlich höher hängen die Trauben für das Team von Felix Bechtold beim Aufsteiger Maaslingen. Dort gastiert Schwarz-Rot bereits am heutigen Samstag.
Oberliga Westfalen
RW Maaslingen - SV Lippstadt (Samstag, 17 Uhr, Ösper-Sportpark)
Die zweiwöchige Pflichtspielpause wurde beim SV Lippstadt intensiv genutzt. So trug die Mannschaft in der Zeit unter anderem ein Testspiel gegen den Bezirksligisten Beckum aus, welches mit 4:2 gewonnen wurde. Dort kamen in erster Linie die Spieler zum Einsatz, die aus einer Verletzung kommen oder zuletzt eher weniger Minuten sammeln konnten. In die Torschützenliste trugen sich Oliver Lange (2), Gerrit Kaiser und Shayan Sadeghi ein. „Wir haben ein Ungleichgewicht im Kader“, spricht Felix Bechtold die vielen personellen Baustellen an. Da sind zum einen die drei Langzeitverletzten: Nico Tübing befindet sich aktuell in der Reha; Nils Köhler und Juan Löbel sind nach ihren Verletzungen zumindest wieder ins Lauftraining eingestiegen, aber längst noch keine Optionen.
„Sehr gute Fortschritte“, so Bechtolds Aussage, macht der ebenfalls verletzte Ben Tautges. „An ihm werden wir in Zukunft noch viel Freude haben“, ist der Coach überzeugt. Iker-Luis Kohl hat sich in der Pflichtspielpause einer Nasennebenhöhlen-Operation unterzogen, befindet sich seit Dienstag aber wieder im Training. Das größte Sorgenkind im Kader ist aktuell Maximilian Franke, den weiterhin Oberschenkelprobleme plagen. Felix Bechtold: „Wir hoffen, dass er es in den Kader für Maaslingen schafft. Allerdings kommt für ihn nur ein Kurzeinsatz infrage – wenn überhaupt.“ Mazlum Bulut ist nach seiner Roten Karte aus dem Schermbeck-Spiel für zwei Spiele gesperrt worden. Noch fraglich ist darüber hinaus der Einsatz von Stammkeeper Luca Beermann nach einer Mandelentzündung. Hier will das Trainerteam das Abschlusstraining abwarten. Wieder voll belastbar scheint hingegen Nico Böll zu sein.
Vom ersten Moment
an voll da sein
„Maaslingen hat eine sehr gute Mannschaft, mit einem Altersdurchschnitt von 27 Jahren zudem einen sehr erfahrenen Kader“, hält Felix Bechtold große Stücke auf den heutigen Gegner. Der kommt aber nicht nur mit Erfahrung daher, sondern auch mit individueller Klasse. Bechtold: „Das ist ein dickes Brett, was wir dort bohren müssen.“ Hoffnung macht dem Coach die Tatsache, dass wenn seine Mannschaft die Basics abrufen konnte, man immer zu guten bis sehr guten Leistungen imstande war. „Wir müssen vom ersten Moment an voll da sein“, sagt Bechtold.
Kleines Stadion, eine hitzige Amtosphäre – das sind zusätzliche Zutaten, mit denen sich die Gäste aus Lippstadt heute auseinandersetzen müssen. „Maaslingen ist zu Hause eine Macht“, weiß Bechtold um die beeindruckende Heimserie des Aufsteigers. Gegen Rheine setzte es erstmals nach zwei Jahren wieder eine Heimniederlage. „Da ist beim Gegner schon viel Qualität mit im Spiel“, so Bechtold, der sich mit seiner Elf aber keineswegs einigeln will. Der SV Lippstadt will mutig auftreten und konsequent den Weg Richtung gegnerisches Tor suchen.
Das Duell Dritter gegen Sechster ist in jedem Fall richtungsweisend – für beide Mannschaften.
Beide Mannschaften im Formcheck:
RW Maaslingen: N/N/S/S/N
SV Lippstadt: N/S/N/U/S
Gegner kommt über das Kollektiv
RW Maaslingen ist kein gewöhnlicher Aufsteiger, wie der aktuell dritte Tabellenplatz unterstreicht. Die Truppe von Sergej Bartel verfügt über viel Erfahrung – aber auch individuelle Klasse. Einige Spieler waren bereits höherklassig unterwegs. Maaslingen kommt vor allem über das Kollektiv, einen echten Knipser hat die Mannschaft nicht im Kader. Erfolgreichste Torschützen sind aktuell Rohlfing und Schwier mit jeweils vier Treffern. Auf den SV Lippstadt wartet also eine knifflige Aufgabe, die nur mit Leidenschaft und konsequenter Zweikampfführung zu bewältigen ist. Die Sportredaktion traut der Bechtold-Truppe aber etwas zu und tippt – wie in Schermbeck – auf einen knappen 2:1-Auswärtssieg.